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Der Kirchturm wackelt? Nein, es war der Saal!

Nur Dieter Götz, der Vorsitzende des Pfarrgemeinderats ließ zur Begrüßung den Kirchturm auf seinem Rücken ordentlich wackeln. Schon um 13:00 Uhr wurde in der sehr schön geschmückten Jugendstilhalle Philippsburg friedlich um die besten Plätze gerungen. Zum Beginn des Programms war das närrische Haus voll besetzt. Die beiden Moderatoren Adriano Agnoli und Alexander Frohner begrüßten das farbenfroh kostümierte närrische Volk, zu dem auch Bürgermeister Stefan Martus und Pfarrer Thomas Maier gehörten. Das musikalische Fundament mit immer wieder Schunkelrunden lieferte der bewährte Richard Barth.

Cowboys und Indianer bestritten sich nicht gegenseitig, sondern den ersten Programmpunkt. Es waren die Kinder des Kindergartens St. Maria Philippsburg. Die kleinsten hatten dabei zwar noch ihre eigenen Bewegungen – getanzt haben sie jedoch alle. Nicht nur die Eltern hatten ob der Bemühungen der Kinder ein wenig Wasser in den Augen. Mit der Unterwasserwelt der Arielle wurde der nächste Programmpunkt gestaltet. Ein sehr beweglicher Tanz mit einem wunderschön geschneidertem Kostüm. Gaby Bühler (auch der Motor im Organisationskomitee) stellte sich in der Bütt als Oma vor, die nicht von gestern ist aber darüber berichtete. Es ging um die kinderreiche Familie und deren merkwürdigen Erlebnisse. Das Publikum ging einfühlsam mit und dankte mit großem Applaus. Der Tanz der TV Huttenheim setzte das Programm fort. Hier war sozusagen ein Hänchen im Korb. Fünf Mädels und ein tanzbegabter Knabe entzückten das närrische Volk. Josef Schenk und seine „Original Owerhaiser“ hatten irgendwelchen Bayern die Lederhosen ausgezogen und lieferten eine markige Blasmusik. Der Saal kam richtig in Schwung. Es wurden mehrere Zugaben verlangt und gegeben.Nun wurde es etwas unheimlich. Eine größere Schar von Hexen (Tarnname Gospelchor Philippsburg) hatte auf der Bühne einen Hexenkessel aufgebaut, in dem sie dem Priestermangel entgegenwirken wollten. Durch menschlich-normale Vorgänge können Hexen natürlich keinen Nachwuchs erzeugen (in der Regel zu alt). Also mussten Hexenkünste her. Das Ergebnis war ein dreifacher Klon von Pfarrer Thomas Maier.

Nach einer Pause von 3x11 Minuten ging es mit einem Sketch der TV Huttenheim weiter: Lust auf Schokolade war das Motto. Ein Teufelchen und ein Engelchen stritten, ob Genuss oder Disziplin Vorrang haben soll. Die richtige Mischung und das Miteinander war die Lösung. Nun kam der Auftritt des Seelsorgeteams der Seelsorgeeinheit Oberhausen-Philippsburg. Werbung in der Kirche? Das Team stellte Möglichkeiten (Fundraising) der Umsetzung vor, die jedoch wohl nur in der Faschingszeit ankommen. Das Gemeindevolk war jedoch begeistert. Ein völlig neues Glaubenserlebnis. Es bleibt zu hoffen, dass bei der alltäglichen Werbung nun das ein oder andere Mal „gestutzt“ wird. Die Tanzmariechen der KaGe Narhalla setzte das Programm mit einem flotten Tanz in raffinierten Kostümen mit Spielkarten fort. Ihnen folgte das Männerballett der gleichen Gesellschaft, die den Tanz der Vampire kreierten. Erst sah man auf der Bühne nichts und die Närrinnen und Narren dachten, jetzt käme ein Hörspiel. Aber schließlich tanzten die Männer doch an und boten ein leicht schauriges Ballett.

Die karnevalistisch-politische Rede wurde von Klaus Umstadt zelebriert. In gut gesetzten Reimen spottete er über die große Politik, wie z. B. das Ringen um die Folgen der Bundestagswahl, aber auch die Ortspolitik, wie zu schwer „gewordenen“ Apostel in der Pfarrkirche, welche nun in die untere Etage verbracht werden mussten. Die Pfinzgrodde der KaGe Narhalla lieferten ein Feuerwerk in Blau-Weiss. Die begeisterte Anhängerschaft forderte eine Zugabe. Es folgte der Einmarsch des Prinz Philipp dem 70sten (Volker Ceh) mit seinen lieblichen Pagen. Das närrische Volk wurde begrüßt und aufgefordert, den Humor nie zu verlieren.

Charly Bög und Kurt Michenfelder, ein bewährtes karnevalistisches Duo bereitete musikalisch das Finale vor. Hier kamen alle Akteure noch einmal auf die Bühne.

Fazit der SE Fasenacht: So ein Tag, so wunderschön wie heute, so ein Tag der dürfte nie vergehn.

Jürgen Rave

Bilder der SE-Fasenacht gibts in unserer Fotogalerie