Aktuelles

Männerwallfahrt 2016 nach Kloster Weltenburg vom 20.5- 22.5

Beim Motto „Hopfen und Malz, Gott erhalt’s!“ kommt man nicht unbedingt sofort darauf, dass es um eine Männerwallfahrt gehe. Doch genau das hatte das Organisationsteam Pfarrer Maier und Pfarrgemeinderat Dieter Götz im Sinn bei der Planung der diesjährigen Männerwallfahrt, die so zum zweiten Mal stattfand und eine gelungene Einheit ergab von spiritueller Erfahrung, Gemeinschaftserlebnis, Naturerlebnis und kulturtouristischem Highlight.

Ziel war das Kloster Weltenburg, die Benediktinerabtei mit ihrer reichen Vergangenheit, ihrer prachtvollen Asamkirche, inmitten des einzigartigen europäischen Naturerbes „Weltenburger Enge“ am Eingang des Donaudurchbruchs.

Petrus hatte ein Einsehen und sorgte für ein herrliches Frühlingswetter. Ausgestattet mit dem Reisesegen unseres Pfarrers, gefolgt von einem gesungenen Gotteslob, machten sich die 35 Wallfahrer auf den Weg mit dem Bus. In der Gruppe hatte sich eine harmonische Einheit aller Altersgruppen aus der gesamten Seelsorgeeinheit und darüber hinaus zusammengefunden.

Der letzte Kilometer der Reise wurde zu Fuß zurückgelegt und so erreichte man das Ziel, das traumhaft schön am Gleithang einer großen Donauschleife direkt am Ufer der Donau, nur getrennt von einer Kiesbank, lag. Durch einen Torbogen gelangte man in den geschlossenen Innenhof des Klosters mit kastanienbewachsenem großen Biergarten.

Die Unterbringung erfolgte im frisch renovierten Gästehaus St. Georg, und jetzt wurde auch klar, weshalb Pfarrer Maier vorher vom Einzug in ein Paradies gesprochen hatte, war doch die Unterbringung durchaus hotelmäßig gut. Von jedem Zimmer aus hatte man einen Ausblick auf die mit starker Strömung vorbeifließende Donau.

Nach dem gemeinsamen Abendessen traf man sich im Gemeinschaftsraum, wo sich in geselliger Runde ein spontaner Gesangsabend ergab. Rein zufällig hatte Charly Bög natürlich sein Akkordeon samt Liederbüchern dabei und sorgte musikalische und stimmlich eindrucksvoll für einen unvergesslichen Abend, bei dem auch eine zufällig anwesende Gruppe aus dem Schwarzwald begeistert Anteil nahm.

Am anderen Morgen in der Früh feierte die gesamte Gruppe die Heilige Messe in der Nikolauskapelle des Klosters mit Pfarrer Maier und Thomas Stutzinger an der Orgel.

Zum geistig-geistlichen Programm traf man sich im Seminarraum. Der Prior des Klosters, Pater Michael, führte eloquent und humorvoll mit seinem Vortrag “Auf den Spuren des Hl. Benedik“ in die Grundlagen benediktinischen Lebens ein. Der Grundsatz „ora et labora“ bedeutet auch, dasss sich das Kloster sowohl personell als auch wirtschaftlich eigenständig am Leben erhalten muss. Derzeit gehören fünf Ordenspriester und zwei Laienmönche dem Konvent an. Auch hier zeigt sich das Problem des Rückgangs von Novizen. Weltenburg ist das älteste Kloster Deutschlands, gegründet um 620 von iroschottischen Mönchen des hl. Columban und seit karolingischer Zeit benediktinisch, 1803 säkularisiert und 1842 wiederbesiedelt.

Im Klosterbereich befindet sich die älteste Klosterbrauerei der Welt. Seit 1052 wird hier das Weltenburger Klosterbräu hergestellt. In einer Führung durch die Brauerei mit Verkostung konnte man sich von der Qualität des Bieres überzeugen. Besonders berühmt ist das weltweit prämierte Barock Dunkel. Eindrucksvoll war auch die Lagerung im Felsenkeller, aus dem Jurakalk geschlagen.

Am Nachmittag erfolgte dann die Fahrt mit dem Schiff zum Donaudurchbruch nach Kehlheim. Die Abfahrt war direkt hinter dem Kloster und führte in etwa 45 Minuten durch das einzigartige Naturdenkmal. Das Durchbruchstal wird von bis zu 80 m hohen Felsen aus Jurakalk begrenzt, in denen zahlreiche kleine Höhlen liegen.

Nach der Besichtigung des schönen Städtchens Kehlheim mit der bekannten Befreiungshalle, die an die napoleonischen Befreiungskriege erinnert, kehrte der Großteil der Gruppe mit dem Schiff wieder zurück, während eine kleinere Gruppe zu Fuß die etwa 6 km über den Berg durch prähistorische Höhensiedlungen vorbei an der zum Kloster gehörenden Marienkapelle zurücklegte.

Der Abend stand dann im Zeichen des Pokalendspiels, das an einem großen Fernsehschirm verfolgt werden konnte.

Religiöser Höhepunkt war am Dreifaltigkeitssonntag das feierliche Hochamt, zelebriert von Abt Thomas mit den Patres in der berühmten Klosterkirche. Nach dem bischöflichen Segen erklang dann, vom Bläserchor begleitet, lautstark und eindrucksvoll das Danklied „ihm dem dreieinen Gott, wie es im Anfang war und ist und bleiben wird, so jetzt und immerdar.“

Vorher gab es für die Gruppe eine Kirchenführung. Der nicht allzu große elliptische Rundbau mit Eingangshalle und Mönchschor stammt aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts im Sitil des bayrischen Hochbarocks von den Brüdern Asam gebaut und ausgestaltet und ist dem heiligen Georg geweiht, der als Vollplastik samt Pferd förmlich aus dem Altar herausreitet. Auch das für den Barock typische Spiel mit dem Licht kommt in der Kirche eindrucksvoll zum Ausdruck.

Gegen 13 Uhr erfolgte dann die Heimfahrt, wobei auch hier ein gemeinsames Gotteslob den Abschluss bildete.

Einhellig war man der Meinung, dass mit dieser 2. Männerwallfahrt eine neue Tradition begonnen habe und dass man sich schon auf das nächste Mal freue. So kann dies ein wichtiger Beitrag sein zum Zusammenwachsen des neuen Seelsorgeverbands.

Ein besonderer Dank an die Initiatoren Pfarrer Maier und Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Dieter Götz für die Vorbereitung und Durchführung der Männerwallfahrt 2016

Lino Geißler